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Informationen der Selbsthilfegruppe (2020)

Das körpereigene Immunsystem spielt in der Bekämpfung von Krebs eine große Rolle. Besondere Bedeutung haben bestimmte Abwehrzellen, die sogenannten T-Zellen, weil sie Krebszellen erkennen und abtöten können. Ab Mitte des Jahres 2020 wird nun auch an der Universitätsklinik und Poliklinik für Innere Medizin IV am Universitätsklinikum Halle die sogenannte CAR-T-Zell-Therapie für Patientinnen und Patienten mit B-Zell-Lymphom, eine Form des Lymphdrüsenkrebses, und perspektivisch auch für Blutkrebs angeboten. Die CAR-T-Zelltherapie steht derzeit nur an ausgewählten Zentren zur Verfügung, die über ausreichend klinische Erfahrung mit Zelltherapien verfügen. 

Wenn der Chemotherapie ein Anti-CD20-Antikörper hinzugefügt wird, können die Überlebensaussichten bei Hoch-Risikoerkrankung verbessert werden.

Bei Erwachsenen mit B-Zelllymphomen kann es sich lohnen, zusätzlich zur Chemotherapie eine Therapie mit einem sogenannten Anti-CD20-Antikörper durchzuführen. Nun wiesen Wissenschaftler auch bei Kindern und Jugendlichen mit B-Zell-Non-Hodgkin-Lymphom positive Effekte dieser Therapie nach. Der Bericht zur Studie erschien in der Fachzeitschrift New England Journal of Medicine.

Wirksam und auch sicher, wie eine Untersuchung zeigt.

Wenn es bei akuter lymphatischer B-Zell-Leukämie (ALL) nach einer Schädelbestrahlung zu einem Rückfall im Zentralen Nervensystem (ZNS) kommt bzw. es sich bei letzterem um einen in einer langen Reihe von Rückfällen handelt, wird die Behandlung immer schwieriger. In dieser Situation kann unter Umständen eine Gentherapie, die sogenannte CD19-CAR-T-Zelltherapie, eine verbleibende Option sein. Darüber berichteten Wissenschaftler anlässlich des diesjährigen Kongresses der Amerikanischen Gesellschaft für Onkologie ASCO.

Im Normalfall ist eine Beteiligung des ZNS bei ALL ein Ausschlussgrund für eine CAR-T-Zelltherapie, die in Form einer einmaligen Infusion durchgeführt wird. Bei dieser Therapie werden T-Zellen aus dem Blut des Patienten gewonnen und mit einem Gen für eine Bindungsstelle (Antigenrezeptor, CAR) bestückt. Wenn diese T-Zellen den Patienten anschließend über eine Infusion zurückgegeben werden, können sie dank des Antigenrezeptors CAR das Eiweiß CD19 auf der Oberfläche der erkrankten B-Vorläuferzellen leichter erkennen. Dadurch werden Botenstoffe, sogenannte Zytokine, freigesetzt, die die Leukämiezellen zerstören. Auf diese Weise wird also die körpereigene Immunantwort gegen den Krebs angekurbelt. Da die CAR-bestückten T-Zellen die Blut-Hirnschranke überwinden können, besteht die Befürchtung, dass sie bei der Bekämpfung von Tumorzellen im Gehirn besonders viel Schaden an den Nervenzellen anrichten könnten.

Merseburg -Im Kampf gegen das Coronavirus haben Mediziner in Merseburg einen neuen Weg eingeschlagen. Sie haben erstmals das noch nicht zugelassene Medikament Remdesivir benutzt, um einen schwer erkrankten Covid-19-Patienten am Carl-von-Basedow-Klinikum zu behandeln - und das mit Erfolg. Der Patient habe sich nach Auskunft des zuständigen Arztes sehr gut erholt. Es ist der erste bekannte Fall überhaupt in Sachsen-Anhalt, bei dem Ärzte dieses Medikament eingesetzt haben.

Patient mit schwerer Covid-19-Erkrankung

Die Entscheidung für Remdesivir hat Chefarzt Jörn Rüssel getroffen, als klar war, dass der Patient schwer mit dem Virus zu kämpfen hatte. „Es war ein spezieller Fall, weil der Patient erheblich immungeschwächt war.“ Denn bis Februar war er bei dem Chefarzt wegen einer Tumortherapie in Behandlung. Anschließend habe sich der Betroffene in seinem privaten Umfeld mit dem Virus angesteckt und wurde aufgrund der Schwere der Infektion in das Klinikum eingewiesen.

COVID-19 und Krebs sind zwei dominierende Gesundheitsthemen des „Bundesberichtes Forschung und Innovation 2020“. Die Bundesregierung verspricht, Krebs während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft viel Aufmerksamkeit zu schenken.

Berlin. Die Bundesregierung sieht Deutschland besonders in wissenschaftlicher Hinsicht gut aufgestellt im Kampf gegen Pandemien wie die gegenwärtige Corona-Herausforderung. „Die deutsche Forschung ist gut gerüstet, auch um auf akute und globale Gesundheitsnotstände, wie die Ende 2019 ausgebrochene COVID-19-Pandemie reagieren zu können“, heißt es dazu im kürzlich veröffentlichten „Bundesbericht Forschung und Innovation 2020“.

Am Freitagnachmittag will der Bundestag über eine Verschärfung des Tabakwerbeverbots debattieren. Dass dies sinnvoll wäre, steht für das DKFZ außer Frage.

Heidelberg/Genf. Der Vorrang wirtschaftlicher Interessen behindert nach Ansicht des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) den Kampf gegen den Krebs. „Drei Tabakkontrollmaßnahmen könnten bis 2050 eine Million Krebsfälle vermeiden“, sagt Ute Mons, Leiterin der Stabsstelle Krebsprävention des DKFZ.

Würden wiederholte Steuererhöhungen, ein umfassendes Tabakwerbeverbot sowie eine einheitliche neutrale Verpackung für alle Zigarettenmarken umgesetzt, bliebe vielen Menschen ein schlimmes Schicksal erspart. Das sei das Ergebnis von Modellrechnungen von DKFZ-Forschern, die im Fachjournal „Cancer Epidemiology, Biomarkers & Prevention“ veröffentlicht wurden.

Der Krebs ist zurück gedrängt, doch viele Betroffene können nicht aufatmen. Sie geraten in einen Teufelskreis aus wirtschaftlicher Not und sozialem Abstieg, der zu Frühberentung und Armut führt. Was Krankenkassen, Arbeitsagenturen und Rentenversicherungen ändern müssten – denn viele Patienten, könnten und wollten noch arbeiten, wären wertvolle Fachkräfte.

Noch nie war die Krebstherapie so erfolgreich wie heute. Und auch wenn keine Heilung möglich ist, lässt sich die Erkrankung oft so weit behandeln, dass sie nur noch minimal vorhanden ist und ein fast normales Leben ermöglicht. Mediziner sprechen deshalb heute oft von Krebs als einer chronischen Erkrankung. Eine begrüßenswerte, positive Entwicklung.

Viele Krebspatientinnen und -patienten sind derzeit verunsichert, wie sie sich während der Corona-Pandemie verhalten sollen und ob anstehende Therapien überhaupt noch durchgeführt werden können. Die Deutsche Krebshilfe, das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) und die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) haben sich zusammengeschlossen, um Pandemie-bedingte Versorgungsengpässe in der Onkologie zu erfassen.

In Deutschland wird tagtäglich bei durchschnittlich etwa 1.400 Menschen eine Krebserkrankung neu festgestellt. Allein im Jahr 2015/2016 sind nach Erhebungen des Robert Koch-Instituts mehr als 230.000 Frauen und knapp 260.000 Männer hierzulande neu an Krebs erkrankt. Daher benötigen viele Menschen in Deutschland zu Zeiten der Corona-Pandemie aufgrund einer Krebserkrankung eine entsprechende Diagnostik und eine – oft lebensnotwendige – Therapie.

Erhöhtes Risiko für schwereren Krankheitsverlauf?

Kyoto − Krebspatienten leiden in den Jahren vor der Diagnose häufiger als andere Menschen unter schweren Infektionskrankheiten. Dies kam in einer Fall-Kontroll-Studie in Cancer Immunology Research (2020; doi: 10.1158/2326-6066.CIR-19-0510) heraus.

Zu den Aufgaben des Immunsystems zählt nicht nur die Abwehr von Krankheitserregern. Die Abwehrzellen können auch Krebszellen aufspüren und vernichten. Eine Abwehr­schwäche könnte deshalb gleichzeitig das Risiko von Krebs- und Infektionskrankheiten begünstigen. Tumore können auch das Immunsystem austricksen (Stichwort: Checkpoint-Inhibitoren), so dass es mit dem Beginn einer Krebserkrankung auch zu einer Abwehrschwäche kommt. Das könnte wieder die Anfälligkeit für Infektionen erhöhen.

Liebe Freunde liebe Besucher,

die Stadt Halle hat erneut zum Tragen Mundmasken aufgerufen. Laut der Amtsärztin, Dr. Christine Gröger, sind ohnehin nur Stoffmasken zum Mehrfachgebrauch geeignet. Die sollten nach Gebrauch in der Waschmaschine gewaschen werden.

Da in unserer Selbsthilfegruppe die Mehrheit mit einem anfälligen Immunsystem zu tun haben, habe auch ich die Nähmaschine zum Leben erweckt. Jedem Mitglied, der bei mir eine Adresse hinterlegt hat, erhält eine Nasen-Mund-Maske. Obendrein verteile ich noch Masken an ausgewählte bedürftige Krebspatienten bzw. an Freunde aus der Selbsthilfe.

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© 2016 Selbsthilfegruppe für Leukämie- und Lymphompatienten Halle (Saale) / Sachsen-Anhalt

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