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Die kompakten Definitionen wurden zusammengestellt von Sandra Kräker (Medizinische Klinik V Heidelberg, KM-Labor)
CLL: Die chronische lymphatische Leukämie tritt meist erst nach dem 50. Lebensjahr auf. Allgemein verläuft die CLL langsamerer als andere Leukämien.
Die chronische lymphatische Leukämie ist eine generalisierte Erkrankung des lymphatischen Gewebes, die - in ihrer klassischen Verlaufsform - mit einer Vermehrung der Lymphozyten im peripheren Blut und einer Wucherung lymphatischer Zellen in den Geweben sowie mit Lymphknotenschwellungen und Milzvergrößerungen einhergeht.
ALL: Die akute lymphatische Leukämie ist eine Systemerkrankung früher lymphoider Vorläufertzellen und Stammzellen. Die akute lymphatische Leukämie ist die häufigste Leukämieform bei Kindern. Sie kann in bis zu 80 Prozent aller Fälle erfolgreich behandelt werden. Bei Erwachsenen ist sie eher selten und tritt pro Jahr etwa bei einem von 100.000 Einwohnern auf. Bei der ALL entarten diejenigen Zellen, die sonst bei Gesunden zu Lymphozyten ausreifen. Lymphozyten stellen eine Untergruppe der weißen Blutkörperchen dar und sind ein wichtiger Bestandteil des Immunsystems. Für die Diagnose und Abgrenzung gegen die akute myeloische Leukämie sind die Morphologie und Zytochemie sehr nützlich. Weiterhin ist für die Einteilung der ALL eine Immunphänotypisierung sehr entscheidend.
AML: Die akute myeloische Leukämie ist eine neoplastische Erkrankung der myeloischen Stammzellen und Vörläuferzellen. Es handelt sich hierbei um eine bösartige Erkrankung des Knochenmarks, bei der sich myeloische Blasten ungebremst vermehren. Diese Myeloblasten sind Vorläufer von Zellen, die normalerweise bei Gesunden in Abhängigkeit vom Subtyp zu wichtigen Bestandteilen des Immunsystems (Granulozyten, Monozyten), zu roten Blutkörperchen (Erythrozyten) oder zu Blutplättchen (Thrombozyten) ausreifen. Dieser Differenzierungsprozess ist bei der AML gestört.
MM: Das multiple Myelom ist eine Systemerkrankung mit neoplastischer Vermehrung der Plasmazellen und Bildung von Paraproteinen bei erhöhtem Gesamteiweiß. Das Multiple Myelom kann als eine Sonderform der Non-Hodgkin-Lymphome betrachtet werden.
HCL: Die Haarzelleukämie ist eine seltene, langsam fortschreitende lymphoproliferative Erkrankung mit Lymphknotenschwellungen, Vergrösserung der Milz und Leber, Anämie sowie Haut- und Knochenmarkinfiltraten aus lymphozytenähnlichen Zellen.
Lymphome sind Tumoren des lymphatischen Systems des Körpers. Man unterscheidet im Wesentlichen zwei verschiedene Lymphomtypen. Die Non-Hodgkin-Lymphome sowie die Hodgkin-Lymphome.
Non-Hodgkin-Lymphome: Non-Hodgkin-Lymphome sind mehr als siebenmal häufiger als die Hodgkin-Lymphome. Man unterscheidet eine Reihe verschiedener Formen von Non-Hodgkin-Lymphomen, die sich mikroskopisch, genetisch und immunologisch voneinander abgrenzen lassen. Dabei hängen die Therapie und die Prognose vom jeweiligen Lymphomtyp ab.
Hodgkin-Lymphome: Die Hodgkin-Lymphome sind seltene Lymphome, die nach mikroskopischen Kriterien in weitere Untergruppen unterteilt werden können.
Sie treten vor allem bei zwei Altersgruppen auf: den 15- bis 25-Jährigen, sowie bei den über 55-Jährigen. Dank Fortschritten in der Diagnose und Therapie haben sich die Prognose und das Behandlungsergebnis der Hodgkin-Lymphome in den letzten Jahrzehnten deutlich verbessert.
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