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2. MM-Treffen in Leipzig am 19.06.10 |
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Geschrieben von Simone Pareigis-Hoppe
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20.06.2010 |
Liebe
Freunde, liebe Besucher,
am gestrigen Nachmittag beschlossen wir trotz
Fußballweltmeisterschaft am 2. Myelom-Treffen in Leipzig teilzunehmen.
Albrecht Reißmann, Selbsthilfegruppenleiter
MM Leipzig organisierte gemeinsam mit Prof. Niederwieser diese beachtliche
Patientenveranstaltung.

Prof. Dr. Dietger Niederwieser
Was
ist ein Multiples Myelom?
Ein multiples
Myelom (syn. Plasmozytom,
Kahler-Krankheit nach Otto Kahler, Huppert-Krankheit, sogenannte monoklonale
Gammopathie mit pathologischer Produktion von Immunglobulinen) ist eine
Krebserkrankung des Knochenmarks. Sie ist gekennzeichnet durch bösartige
Vermehrung Antikörper-produzierender Zellen, der Plasmazellen. Die entarteten
Plasmazellen produzieren in der Regel Antikörper oder Bruchstücke davon. Da
alle malignen Plasmazellen von einer gemeinsamen Vorläuferzelle abstammen, sind
sie genetisch identisch (Zellklon) und produzieren identische (monoklonale)
Antikörper.
Prof. Dr. Morie Gertz aus Minnesota / USA hat
das Multiple Myelom 2007 patientengerecht mal so definiert:
„Stellt Euch das Knochenmark als einen Garten
vor. Darin befinden sich 90% Nutzpflanzen (rote und weiße Blutkörperchen,
Blutplättchen), 10% der Pflanzen sind Orchideen (Neutrophile, Basophile,
Mastzellen u.a.). 1% der Blutzellen sind Plasmazellen. Wenn diese zu
Plasmozytomzellen entarten verhalten sich diese Zellen wie Unkraut. Unkraut
überwuchert die Nutzpflanzen sowie Blumen und entziehen ihnen die Lebensgrundlage:
70% der MM-Patienten leiden an Anämie (Mangel an roten Blutkörperchen) denn die
Bildung von roten Blutkörperchen wird durch die Plasmozytomzellen verhindert,
dies führt zu den bekannten Symptomen der Fatigue (chronische Müdigkeit) durch
Kalziumverlust wird der Knochen brüchig. Die Chemotherapie ist vergleichbar
einer Behandlung des Gartens mit Unkrautvernichtern. Wie im Garten, so muss
auch bei der Chemotherapie das Ziel sein, eine möglichst schonende Beseitigung
der unerwünschten Zellen (des Unkrautes) sein, damit viele nützlichen Zellen
(Nutzpflanzen) erhalten bleiben.
Unterschied
der Begriffe MM und Plasmozytom
Multiples Myelom:
Generalisiertes Krankheitsbild, welches den
gesamten Knochenmarkraum betrifft.
Plasmozytom:
Solitärer Befund, meist auf einen Knochenherd
oder Lymphknoten beschränkt, sehr selten
Ist
Genetik erforderlich?
- Für
die Diagnosestellung nicht erforderlich
- Sinnvoll
zur Risikostratifizierung, wenn verschiedene Therapieoptionen zur Verfügung
stehen z.B. bei Patienten bei denen eine autologe und / oder allogene
Stammzelltransplantation diskutiert wird
- Sollte
in einem Labor mit viel Erfahrung durchgeführt werden
Knochenmarkdiagnostik
Beckenkammbiopsie
- Einer
kleiner ca. 3mm dicker und 2cm langer Knochenmarkzylinder
wird in der Regel aus dem hinterem Beckenkamm unter lokaler Bedeutung heraus gestanzt
Knochenmarkpunktion
- Mit
einer dünnen Nadel wird etwas Knochenmark aspiriert
- Oft
sehr ungenaue Angaben, da Plasmazellen meist herdförmig im Knochenmark lagern
Knochenmarkgenetik
- An
Speziallabors gebunden
- Besonders
Chromosom 13 Veränderungen prognostisch wichtig
Georg Brozeit (IMF) & Albrecht
Fazit:
Wir haben eine Veranstaltung erlebt, an denen
viele Patienten, Wissbegierige bzw. Fachpersonal teilnahmen. Bei Prof.
Niederwieser und Dr. Pönisch haben wir das Gefühl, dass sie den Sinn bzw. die
Notwendigkeit von Selbsthilfegruppen verstehen und bei Bedarf auch zweifellos
unterstützen. Die Freude bei mir war groß, dass sich auch Elke den Weg von
Berlin nach Leipzig auf sich nahm.
Eure Simone
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Letzte Aktualisierung ( 20.06.2010 )
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