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Drei Tag NZW - Onkologischer Apothekerkongress in Hamburg vom 30.01.-01.02.2026

Liebe Freunde, liebe Besucher,

es gibt Einladungen, bei denen man nicht lange überlegt, die von Klaus Meier zum NZW, dem Onkologischen Apothekerkongress, gehört für mich seit Jahren dazu. Schon lange darf ich Teil dieses Kongresses sein, nicht nur als Zuhörer, sondern immer wieder auch mit einer aktiven Rolle. So auch in diesem Jahr, welche mich für drei intensive, inspirierende Tage nach Hamburg führte.

Ein besonderer Moment des Kongresses war für mich die Podiumsdiskussion zum Thema „Verschiedene Rollen auf dem onkologischen Patientenpfad“. Diese Runde war in ihrer Zusammensetzung alles andere als gewöhnlich – und genau das machte sie so wertvoll.
Mit Prof. Kleeff als Onkologen, Prof. Höppner als onkologischer Pflegewissenschaftlerin, Klaus Meier als onkologischem Apotheker und mir selbst als onkologischem Patienten saßen wir gemeinsam auf dem Podium, diskutierten offen, beantworteten Fragen und beleuchteten den Patientenpfad aus sehr unterschiedlichen Blickwinkeln.

Was mich besonders berührt hat: Jedes Mitglied der Runde formulierte einen persönlichen Wunsch an den onkologischen Apotheker. Diese Wünsche machten deutlich, wie zentral diese Rolle im Versorgungsgeschehen ist – und wie sehr gute Onkologie vom Miteinander lebt. Für mich war das eine Session, die sinnbildlich zeigt, wie medizinische Veranstaltungen sein sollten: interprofessionell, respektvoll und mit dem Patienten als selbstverständlichem Teil des Gesprächs. Solche Formate gehören in den Mittelpunkt jedes Kongresses.

Ein weiterer Vortrag, der mir nachhaltig in Erinnerung bleiben wird, war der von Frau Dr. Nitschke gemeinsam mit Frau Dr. Freidank zum Thema Schmerzmanagement im Kontext von Tumortherapeutika. Anhand von drei sehr anschaulichen Beispielen wurde deutlich, wie viel Fachwissen, Erfahrung und Haltung in diesem Thema steckt. Der Vortrag war klar, praxisnah und zugleich menschlich – eine Kombination, die nicht selbstverständlich ist.

Neben all den Programmpunkten waren es aber auch die Begegnungen, die diese Tage so besonders gemacht haben: lange Gespräche mit vertrauten Menschen, wie etwa mit Herrn Karl, aber auch neue, bereichernde Kontakte – unter anderem mit einer Apothekerin aus dem Universitätsklinikum Halle. Diese Gespräche, oft zwischen den Sessions oder am Rande des Kongresses, tragen mindestens genauso viel zum Gelingen solcher Veranstaltungen bei wie die Vorträge selbst.

In den vielen Vorträgen, die ich während des Kongresses hören durfte, wurde mir einmal mehr bewusst, wie breit, komplex und verantwortungsvoll die onkologische Pharmazie heute ist. Immer wieder stand dabei ein Thema im Mittelpunkt: die Kommunikation zwischen Apotheker, Ärzten und Patienten. Besonders eindrücklich war ein Fallbeispiel, in dem sich im Gespräch herausstellte, dass ein Patient neben seiner angesetzten Tumortherapie noch 21 zusätzliche, frei verkäufliche Medikamente einnahm. Erst durch ein offenes Gespräch konnte dies erkannt werden. Seitens der Klinik wurde der Patient daraufhin aufgeklärt, dass einige dieser Präparate keinen therapeutischen Nutzen haben – manche sogar der laufenden Therapie entgegenwirken können. Dieses Beispiel hat sehr deutlich gezeigt, wie entscheidend offene, ehrliche und vertrauensvolle Kommunikation in der Onkologie ist. Sie ist kein „Nice-to-have“, sondern das absolute A und O einer sicheren und wirksamen Behandlung.

Mehrfach hörte ich während des Kongresses den Vorschlag, den onkologischen Apotheker als festen Bestandteil in das Tumorboard aufzunehmen – verbunden mit der Forderung, dass es ohne diese Beteiligung künftig keine Zertifizierung mit entsprechendem Siegel geben sollte. Inhaltlich halte ich diesen Ansatz für sehr sinnvoll, denn die pharmazeutische Expertise kann Therapieentscheidungen, Nebenwirkungsmanagement und Interaktionsbewertungen entscheidend verbessern. Gleichzeitig stellte sich für mich aber auch ganz pragmatisch die Frage: Gibt das die personelle Realität überhaupt her? Viele Apotheken und Kliniken arbeiten bereits am Limit, Zeit und Personal sind knapp bemessene Ressourcen. Der Anspruch ist richtig und wichtig – die Umsetzung wird jedoch nur gelingen, wenn dafür auch die notwendigen strukturellen und personellen Voraussetzungen geschaffen werden.

Am Ende bleibt ein sehr positives Gefühl. Trotz eisigen Wetters hat sich der Weg nach Hamburg mehr als gelohnt. Mein herzlicher Dank gilt Klaus Meier und Tilmann Schöning – für die Einladung, die Organisation und vor allem für ihr Engagement für eine Onkologie, die den Menschen und den Dialog in den Mittelpunkt stellt.

Wie gewohnt noch paar Zitate der Veranstaltung:

  • „Bei Risiken und Nebenwirkungen fragen sie bitte ihren Arzt, Apotheker oder die KI?“
  • „Cannabis schafft es immer mehr rein in die Leitlinien“
  • „G-BA-Entscheidungen – von der Einreichung bis zur Entscheidung vergehen durchschnittlich 3 bis 8 Jahre“
  • „Wollen uns von der Drogeriemarkt-Apotheken absetzen“
  • „Es gibt einen gewaltigen Unterschied zwischen dummer und sehr intelligenter KI“
  • „verlassen Sie gern ihre Komfortzone, ohne aufhöre zu denken“
  • „Ca. 13% der Apotheker benutzen KI“
  • „KI ist ein mächtiges Werkzeug, aber kein Ersatz für die menschliche Expertise“
  • „Früher Dr. Google und heute Dr. ChatGPT???“
  • „1939 gab es in Deutschland (Mecklenburg-Vorpommern) die erste Reihenuntersuchung“
  • „Leben sie länger oder sterben sie später“
  • „Patientensicherheit steht bei uns im Fokus“
  • „Es gibt kleine Fortschritte, dass Apotheker auch im Tumorboard sitzen und beratend zur Seite stehen“
  • „Die Steuerung des Patienten hört in der Regel an der Tür des Krankenhauses auf und dann???“
  • „Wir haben ein Problem mit der Hierarchie in Deutschland“
  • „Die lebenden Toten werden diese Kranken genannt, weil ihre schwere körperliche Einschränkung sichtbar bleibt. Viele wählen einen endgültigen Ausweg.“
  • „Fehldiagnosen führen zu schädlichen-aktivierenden Therapien“
  • "Eine Patientin nahm täglich 50 Nahrungsergänzungsmittel ein"

Einige Bilder der Veranstaltung sind hier zu sehen: Einige Bilder der Veranstaltung sind hier zu sehen: 

Eure Simone

© 2016 Selbsthilfegruppe für Leukämie- und Lymphompatienten Halle (Saale) / Sachsen-Anhalt

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